Skip to content

Folge 31: Sabayon Linux

Die Folge 31 dreht sich rund um Sabayon Linux. Sebastian hat sich freundlicherweise bereit erklärt, diese Folge mit mir aufzuzeichnen. Wir waren via Google Hangout miteinander verbunden und haben jeweils lokal aufgenommen.


dh-20111205-ausgabe-031.mp3 (0:54:04 hrs, 51.9 MB)
dh-20111205-ausgabe-031.ogg (0:54:04 hrs, 40.0 MB)

Wir freuen uns auf Eure Kritik in den Kommentaren, bei identi.ca und - falls möglich - Audiokommentare an sendung@deimhart.net



Hier findet Ihr die Startzeiten der verschiedenen Themenblöcke:

~ 01:13 Feedback
~ 01:37 Thema
~ 54:20 Ausblick

Links:

Sabayon Linux, Wikipedia, DistroWatch
Press Release: Sabayon Linux 7 GNOME, KDE and Xfce
Press Release: Sabayon Linux 7 Core Releases
Press Release: Sabayon Linux 7 Experimental Releases
Gnome
KDE
Enlightenment (E17)
Awesome
Gentoo
Fabio Erculiani
RR4
Entropy
Sulfur
equo
Portage
Rolling Release
Molecule
Kleines Team
Sabayon Wiki
Gentoo Wiki
Kernel Switcher
Sabayon Kernel Update
• Linux Inside: Interview with Sabayon's Linux Fabio Erculiani (Lxnay)

Trackbacks

joostruis am : joostruis via Twitter

Vorschau anzeigen
RT @ddeimeke: Folge 31: Sabayon Linux http://t.co/fE5PvGbk

LarsFischer am : LarsFischer via Twitter

Vorschau anzeigen
RT @ddeimeke: Folge 31: Sabayon Linux http://t.co/fE5PvGbk

blog.radiotux.de am : PingBack

Vorschau anzeigen

RadioTux am : RadioTux-Sendung Januar 2012

Vorschau anzeigen
Back to the roots... und damit auch willkommen zurück. Auch wir sind aus unsererem Winterschlaf erwacht und präsentieren uns in alter Frische. An unsere Infrasturktur wird im Hintergrund immer noch fleißig gebaut, einiges ist aber schon geschafft. In unse

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Christian am :

*Danke für den interessanten Artikel. Ich habe Sabayon (LXDE) seit September auf meinem eee-PC laufen und kann das Gehörte nur bestätigen. Nun ist ein Netbook eher ein Spielzeug zum Surfen und Mailen und anderen Kleinigkeiten, deshalb ist es umso schöner, wenn's einfach funktioniert. (Hier die Betonung auf einfach und auf funktioniert !)

Sebastian am :

*Hallo Christian, vielen Dank für dein Feedback!
Ich habe Sabayon auf den Desktop, einem Netbook und einer kleinen Multimedia-Box die ich an den Fernseher angeschlossen habe. Ich finde das einfach prima, dass man sich um solche Sachen wie Treiber oder Codecs einfach keine Gedanken machen muss.

Dirk Deimeke am :

*Vielen Dank für Dein Lob. Ich habe Sabayon mittlerweile auf allen drei Maschinen, die ich privat nutze und bin sehr zufrieden damit.

Christian am :

*Da ich auf dem PC und dem Laptop Arch-Linux nutze, fehlt mir schon manchmal der "Frickel-Faktor" :-) Aber da Sabayon m. E. an Aktualität Arch (Stable) kaum hinterher hängt, kann man mit beiden gut arbeiten. Denn unterschiedliche Prgrammversionen bereiten ab und an schon mal Probleme.

Dirk Deimeke am :

*Das ist alles schaffbar ;-)

Es gibt Standards, die hängen nicht in so grossem Mass von Programmversionen ab und die gilt es zu benutzen. Der Rest läuft einfach.

Johannes Schuba am :

*Danke für diesen interessanten Podcast, hätte euch noch viel länger zuhören können! Benutze momentan auf meiner Privatmaschine und meinem Netbook noch Ubuntu. Wollte mir Sabayon durch die Beiträge auf Dirks Blog schon länger mal ansehen, hab's bis jetzt allerdings noch nicht geschafft. Durch euren Artikel werde ich mir denke ich nun aber mal die Zeit dafür nehmen, um neue Horizonte neben Ubuntu kennen zu lernen. :-)

Dirk Deimeke am :

*Vielen Dank für Dein Lob!

Wenn Du Fragen zu Sabayon hast, frag einfach, wir bekommen das schon hin. ;-)

Henning Oschwald am :

*Danke für die interessante Folge. Als Gentoo-User ist mir Sabayon natürlich ein Begriff, als zufriedener Gentoo-User hab ich mir Sabayon bis jetzt allerdings noch nicht näher angeschaut, darum hat mich die Folge doch interessiert. Schade fand ich allerdings, daß Ihr Gentoo quasi als esoterischen Quatsch abgestempelt habt, der höchstens was für Leute ist, die sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen an 3 Prozend theoretischer Geschwindigkeitssteigerung aufgeilen wollen.

Ich kann nur sagen, daß ich Gentoo nicht in erster Linie wegen der höheren Geschwindigkeit einsetze, sondern wegen der hohen Flexibilität, die man durch die Use-Flags gewinnt. Weiterhin ist ein Ebuild wesentlich schneller gebaut als ein Debian-Paket und gleichzeitig kann man beispielsweise anstatt als URL von dem die Paketquellen heruntergeladen werden auch gleich ein Versionskontrollsystem angeben, was verdammt praktisch ist. Generell ist der Overhead zwischen Upstream und der Installation einfach wesentlich geringer, ohne das man auf das automatische auflösen von Abhängigkeiten und eben generell den Komfort eines Paketmanagers verzichten muß.

Ach ja, und ein KDE kriegt man auf nem halbwegs aktuellen Rechner unter nem Tag gebaut. Überhaupt ist die Kompiliererei nicht so schlimm wie es gerne hingestellt wird. Die meisten Programme sind innerhalb von wenigen Minuten gebaut, sogar auf meinem Netbook. Und die Größeren Brocken wie beispielsweise Libreoffice, das schon mal ein paar Stunden baut, gibts auch als Binärpakete im Portage. Und ist ein Programm erst mal installiert, kann das Update ja im Hintergrund backen und man kann währenddessen problemlos weiterarbeiten. Ist also alles halb so wild.

Dirk Deimeke am :

*Danke für Deine Kritik!

Ich halte Gentoo nicht für esoterischen Quatsch, es ist eine gute Möglichkeit, das System besser kennen zu lernen. Aber, es hat auch einen Haufen an Nachteilen, die überhaupt erst zu einer Entwicklung wie Sabayon geführt haben.

Wenn ich Binärpakete möchte, sehe ich derzeit keinen Grund dafür Gentoo einzusetzen.

Du schreibst, dass Gentoo in unter einem Tag gebaut ist. Ich installiere es mit einem Paketmanagementsystem mit Abhängigkeiten in unter 30 Minuten.

Mein Problem mit Gentoo ist, dass ich den Nutzen der USE-Flags für mich nicht sehe. Die höhere Geschwindigkeit ist es nicht, wie Du bestätigst. Wenn man sich die Zeit für das kompilieren und die eventuelle Zeitersparnis durch die höhere Geschwindigkeit gegeneinander aufrechnet, bin ich mir sicher, dass man mehr Zeit für das Übersetzen braucht als man spart.

Auch bei Paket basierten Distributionen habe ich die Möglichkeit zu kompilieren, wenn ich das möchte.

Hast Du vielleicht ein paar Beispiele, wo Dir die USE-Flags echten Nutzen bringen?

Sebastian am :

*Hallo Henning,
mir lag es nicht am Herzen Gentoo schlecht wegkommen zu lassen. Allerdigs hat Gentoo einige... ich nenne es mal 'Besonderheiten' die es sowohl von anderen Distributionen unterscheidet, als auch in Sabayon anders sind.
Das schöne im Linux-Universum ist ja gerade, dass man die Wahl hat.

Daniel am :

*Danke für diese klasse Folge! Gilt natürlich auch für die vorangegangenen. Ich hatte schon länger ein Auge auf Sabayon geworfen. Leider funktioniert bei mir die Installation nicht so einfach wie gewünscht... Meine Erfahrungen (auch mit andere Distros) habe ich mal hier zusammengefasst: http://blog.mourningsun.net/2011/12/15/linux-mein-personliches-distributionschaos/

ich denke aber, dass meine Probleme allgemein mit den Treibern von Nvidia zusammenhängen. Nur leider läuft bei mir nicht mal die Live CD von Sabayon. Aber ich werde bald sicher noch einen Versuch wagen.

Bis dahin. Macht weiter so!

Dirk Deimeke am :

*Danke schön!

Wenn Dich Sabayon sehr reizt, lohnt sich auf jeden Fall ein Posting im Forum. Probiere es einfach mal.

linus am :

*Sehr gutes und gut durchdachter Podcast wie immer aber hab mal dazu en frage.

Wie Installiere ich Firefox auf Sabajon genau.

Dirk Deimeke am :

*Danke für Dein Lob.

equo search firefox
sudo equo install www-client/firefox-8.0

Janek am :

*Hi,

diese Folge ist jetzt zwar schon etwas älter, aber ich bin ja gerade erst über diesen Podcast gestolpert. Der scrollte, glaube ich, schon irgendwann mal an mir vorbei, aber nach dem neuen s9y-InfoCamp habe ich mal die Chance ergriffen, mir den mal genauer anzusehen und zu hören. :-)

Ich spiele lustigerweise seit einiger Zeit mit dem Gedanken, von Gentoo auf Sabayon umzusteigen, da kommt mir diese Podcast-Folge gerade recht. Wenn ihr nichts dagegen habt, kippe ich hier einfach mal meine Gedanken dazu ab.

Was mich da noch ein bisschen hadern lässt, ist vor allem das Sabayon-Repository und die sehr kleine Community.
Ich würde wahrscheinlich immer nur Portage nutzen, einfach weil ich a) das System für genial flexibel halte (ebuilds, USE-Flags, Overlays, dazu Tools wie eix, die IMHO tausend Mal leistungsfähiger sind als jedes aptitude search etc.) und b) weil (entgegen eurer Aussage) schon die Gentoo-Pakete oft nicht ganz aktuell sind und die Sabayon-Pakete dementsprechend noch älter sind. Die Kernels in Gentoo sind meist sehr aktuell, aber bei Anwendungen wie Firefox, Thunderbird, Blender, Miro etc. dauert es meist einige Zeit bis die auch in den Repos sind. Da ist man bei Arch mit dem AUR eher bleeding edge. Man kann zwar gucken, dass man irgendwo ein Overlay findet, in dem das schneller drinnen ist oder sich selbst unter /usr/local/portage einfach ein Ebuild basteln, aber anders ist es natürlich komfortabler.

Wenn ich jetzt aber zumeist nur Portage nutze, dann könnte ich eigentlich auch gleich bei Gento bleiben. Denn ist das einmal aufgesetzt, läuft das auch ohne Schmerzen. Solange man keinen Pentium 4 einsetzt (hatte ich vorher) sondern einen Core i7 zusammen mit genügend RAM, kann man seine Pakete gut und gerne mit 7 Make-Jobs bauen (oder wenn man's eilig hat auch mehr) und hat trotzdem noch genug Rechenpower übrig um parallel weiterzuarbeiten.
Die ca. 250 KDE-Pakete sind an einem Nachmittag im Hintergrund gebaut und ein Kernel ist, sofern man ihn einmal konfiguriert hat, auch schnell gebaut und installiert, selbst dann, wenn man es immer auf die manuelle Tour macht wie ich (im Groben ist das den Symlink /usr/src/linux auszutauschen und dann cd /usr/src/linux; cp ../linux/.config .; make oldconfig; make -j7 && make install && make modules_install; grub2-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg; emerge -avq @module-rebuild)

Hier hat Sabayon übrigens, soweit ich das beurteilen kann ziemlich genau das Gentoo-System übernommen. eselect, das Dirk genannt hat, gibt es unter Gentoo auch (bzw. es kommt daher) und es ist das allgemeine Tool, um Dinge wie den Kernel, die OpenGL-Implementierung, die Python-Version etc. umzuschalten (einzig die GCC-Version konfiguriert man damit seltsamerweise nicht, dafür muss man gcc-config nutzen). Externe Kernel-Module wie z.B. nvidia oder vmware baut man dann mit dem schon genannten Kommando emerge -avq @module-rebuild neu, sofern man Portage 2 hat (Portage ist übrigens auch in Python geschrieben und relativ bunt).

Ich muss mir Sabayon echt nochmal genauer ansehen, ob sich das wirklich für mich lohnt. Gentoo bietet für manche Programme ja auch Binärpakete, aber ich nutze die so selten, weil ich die meist nicht so gut auf das System abstimmen kann. Ich könnte z.B. www-client/firefox-bin oder mail-client/thunderbird-bin nutzen und würde mir dann das Kompilieren der Gecko-Engine sparen, aber diese Pakete sind dann wieder nicht gegen libnotify gebaut und produzieren deshalb ihre eigenen Info-Popups wie man sie von Windows kennt anstatt die Notifications des Desktops zu nutzen. Wie sieht das unter Sabayon aus? Wie gut ist da die Integration dieser Programme in Gnome bzw. KDE (welches ich nutze)?
Von den restlichen Binärpaketen nutze ich eigentlich nur app-office/libreoffice-bin. Was ich mir vielleicht wünschen würde, wäre www-client/chromium-bin, weil der auch ziemlich lange braucht. media-video/vlc-bin wäre auch nicht schlecht. Als letztes vielleicht noch sys-devel/gcc-bin, aber alles andere ist eigentlich fix kompiliert (wobei sich "ziemlich lang" auch in einem Rahmen von 10, höchstens 15 Minuten pro Paket abspielt).

Naja, extrem langer Rede kurzer Sinn: ihr habt mich dazu bewegt, mir nochmal mehr Gedanken über Sabayon zu machen. :-)

Dirk Deimeke am :

*10-15 Minuten pro Paket sind lang. am letzen Wochenende und an denen davor gab es Updates für rund 150 Pakete. Wenn wir nur von 10 Minuten ausgehen, würde das Update 25 Stunden dauern. Ohne jetzt die Öko-Keule wegen verschwendeter Energie schwingen zu wollen, würde mich alleine die Zeit unglaublich nerven.

Selbst, wenn die Updates nicht alle am gleichen Tag kämen, wären dass immer noch 3,5 Stunden pro Tag für Updates. Das ist mehr als die Zeit, die ich täglich an meinem Heimrechner verbringe.

Wenn Du von "optimal abgestimmt" schreibst, was meinst Du damit? Performance kann es nicht sein, was dann?

Sabayon hat sehr viel automatisiert, deswegen funktioniert das auch mit einem kleinen Team.

Janek am :

*Nicht jedes Paket braucht 15 Minuten. Das wäre Wahnsinn. Davon gibt es eine handvoll (hauptsächlich gcc und Opensource-Browserengines - der Kernel ist durch in 5-10 Minuten, wenn nur Teile neugebaut werden müssen, u.U.auch in 20 Sekunden) Die meisten Pakete sind innerhalb von zwei oder drei, sehr viele in unter einer Minute kompiliert und das ist die überwiegende Mehrheit.

Mit optimal abgestimmt meine ich abgestimmt auf meine Bedürfnisse und abgestimmt auf die Konfiguration meiner andren Pakete (z.B. Unterstützung für libnotify).
Wie gesagt: in vielen Fällen ist das Selbstkompilieren aber eigentlich überflüssig, weshalb ich ja auch mit Sabayon liebäugele. Ich frage mich nur, wie gut die Pakete da aufeinander abgestimmt sind, wenn so viel automatisiert abläuft. Und wie sich Entropy im Vergleich zu Portage anfühlt, müsste ich auch noch mal genauer Testen. Bei Paketmanagern wie dpkg kann ich jedenfalls immer nur schleunigst das Weite suchen, weil Portage mich mit der Zeit ziemlich verwöhnt hat.
Natürlich kann ich unter Sabayon auch Portage nutzen, aber wenn ich es ausschließlich nutze, könnte ich auch bei Gentoo bleiben.

Dirk Deimeke am :

*Genau diese Art der "sinnvollen Abstimmung" nimmt Dir doch die Distribution ab. Dafür ist sie da. Das möchte ich gar nicht selber machen.

Henning Oschwald am :

*Dirk, Du erreichst mit einer Binärdistribution aber nie die gleiche Flexibilität.

Ich hab es grad wieder Heut Morgen gemerkt, als ich auf meinem Debian-Server Spectrum installiert hab, einen Jabber-Transport, der auf libpurple basiert und somit alle Instant-Messaging-Protokolle unterstützt, die auch Pidgin bzw. die Libpurple zur Verfügung stellen. Das spectrum-Paket hat somit natürlich auch das Libpurple-Paket mitgezogen, was einen ganzen weiteren Rattenschwanz an Abhängigkeiten hat.

Im Endeffekt waren nach der Installation anschließend 140 MB mehr auf der Platte belegt, unter Anderem wurden auch die ntfsprogs, dosfstools, gconf und einiges weitere mitgezogen, das in meinem Anwendungsfall gar nicht gebraucht wird - und das, obwohl sich die Debian-Maintainer wirklich schon viel Mühe geben, die Pakete sinnvoll zu splitten, (data, devel, etc.) Auf meinem Gentoo-System wäre ich vermutlich mit nem Bruchteil an Platzverbrauch ausgekommen. Das muß ich glatt mal testen.

Und zum Thema "ich will das gar nicht selber machen müssen": Erstens werden natürlich auch unter Gentoo Abhängigkeiten automatisch aufgelöst und zweitens ist es ja nun nicht grad so, als müsste man sich zum anpassen der Use-Flags extra Urlaub nehmen, 1-2 Zeilen sind schnell in eine Konfigurationsdatei eingetragen bzw. das entsprechende Tool aufgerufen, das die Einträge vornimmt.

Dirk Deimeke am :

*Ja, das habe ich das verstanden, aber ich sehe für mich tatsächlich den Nutzen nicht.

140 MB sind natürlich ein bisschen viel. Aber mich stört es nicht, wenn 20 MB mehr installiert werden.

In der ganzen Argumentation verstehe ich auch nicht, dass sich gerade viele Gentoo-Nutzer die grossen Programmpakete als Binärpakete ziehen, wo sich doch gerade da dort die Anpassungsfähigkeit am stärksten bemerkbar macht.

Aber, weisst Du? In Summe bin ich froh, dass es für jeden ein passendes Linux gibt, ich bin mit dem, was ich gerade benutze - Sabayon - sehr zufrieden und würde ansonsten ArchLinux noch einmal eine Chance geben. Meine Frau nutzt Linux Mint und kommt damit hervorragend zurecht. Für Euch ist Gentoo die richtige Wahl. Ist doch super.

Linux ist für viele ein Werkzeug und für manche ein Selbstzweck. Selbst das wird von allen Distributionen bedient.

janek Bevendorff am :

*Kommt darauf an. Manchmal möchte ich das schon selber machen oder zumindest potentiell die Möglichkeit haben ohne jetzt groß mit irgendwelchen Systeminnereien herumhühnern zu müssen. Bei Ubuntu geht mir das z.B. zu weit. Das ist IMHO irgendwie schon fast OS X (ohne jetzt einen sinnlosen OS-Flamewar anfangen zu wollen).

Speziell bei Sabayon habe ich halt die Frage, wie gut diese Abstimmung da ist. Denn wie gesagt: die Binär-Pakete, die bei Gentoo über Portage ausgeliefert werden, integrieren sich manchmal nicht so gut wie die selbstkompilierten Pakete. Eine Zeit lang hatte ich da sogar mal inkompatible GTK-Versionen, was den Effekt hatte, dass die binär ausgelieferten GTK-Anwendungen eher an grau-braune Lego-Klötzchen erinnerten.

Das liegt alles sicherlich auch daran, dass man sich bei Gentoo nicht darauf verlassen kann, dass spezielle Libs installiert sind. Denn anders als bei vielen anderen Distributionen gibt es eben nicht nur eine Version eines Pakets, sondern mehrere. Vom Distributor wird nur festgelegt, welche Versionen als stabil markiert sind. Das können auch mehrere sein und u.U. können sogar mehrere Versionen parallel in verschiedenen Slots installiert werden (z.B. mehrere Kernel-Sources, mehrere GCC-Versionen mehrere Boost-Version etc.).
Es steht dem Anwender frei, welche Versionen er nutzen möchte. Portage enthält aber in den meisten Fällen auch noch weitere Versionen eines Pakets, die maskiert sind. Über einen Eintrag in /etc/portage/package.keywords bzw. /etc/portage/package.unmask können diese Pakete aber aber ebenfalls verwendet werden.
Bei anderen Distributionen ist man hingegen in der Regel auf eine Version beschränkt und wenn die Repositories eine andere Version, die man gerade braucht, nicht anbieten, muss man sich erst einmal ein PPA suchen oder was auch immer. In Portage hingegen ist die Version meist vorhanden, man muss sie nur unmasken (oder wenn es eine ältere stabile Version ist, die aktuelle Version maskieren und dann downgraden. U.u. muss man dann noch einige Pakete neukompilieren, die gegen die vorher installierte Version gebaut waren.

Der Nachteil dieser Flexibilität ist natürlich, dass man als Distributor Binär-Pakete eigentlich kaum mit dynamisch verlinkten Libs ausliefern kann. Die meisten Libs muss in der Regel statisch verlinkt werden, was a) viele Pakete unnötig groß macht und b) der Integration der Anwendung mit dem Rest des Systems abträglich ist, weil z.B. gegen andere (evtl. veraltete) Library-Versionen kompiliert wurde oder entsprechende Dependencies ganz abgeschaltet wurden.
Das wird bei Sabayon nicht großartig anders sein. Auch hier kann man schließlich Portage nutzen. Deshalb ja die Frage, wie es hier denn so tendentiell aussieht.

Ich weiß jetzt gerade ehrlich gesagt nicht genau, wie Arch das mit dem AUR handhabt. Da wird es ja sicherlich ähnliche Probleme geben. Wäre mal interessant zu erfahren.

Dirk Deimeke am :

*Bezüglich Sabayon: Probier es einfach aus. Eine virtuelle Maschine ist mit KVM mit zwei Befehlen aufgesetzt. Alles weitere führt hier im Blog vermutlich zu weit. So gut ist die Kommentarfunktion in Serendipity nicht.

Libs: Das ist gerade die Leistung der Distributionen, dass sie die Binärpakete mit auf die vorhandenen Libs anpassen und vor allem testen. Und genau das führt manchmal dazu, dass Du eine bestimmte Version nicht verwenden kannst, weil die sich mit den Libraries auf Deinem System beisst. In den allermeisten Fällen ist es aber so, dass alte Software mit neuen Libs gut zurecht kommt.

Vielleicht bin ich zu genügsam, aber ich vermisse nichts.

janek am :

*Ich habe Sabayon auch schon einmal in einer VM aufgesetzt und getestet, aber eben auch nicht mehr als das. Solche Sachen stellen sich ja meist erst im laufenden Betrieb heraus. Von daher hätte ja die Möglichkeit bestanden, dass der eine oder andere an dieser Stelle vielleicht schonmal Erfahrungen gesammelt hat.

Dass die Lib-Kompatibilität i.d.R. Sache des Distributors ist, ist richtig. Aber gerade das unterscheidet Gentoo ja in weiten Teilen von vielen anderen Distributionen. Deshalb hat Portage ja auch so ein mächtiges Dependency-System. Und da Sabayon auf Gentoo aufsetzt, halte ich das schon für eine berechtigte Frage. Wenn man ausschließlich Entropy nutzt, wird man sicherlich kaum Probleme haben (außer mit einzelnen Paketen vielleicht die mal kaputt sind, wie z.B. dein LVM damals). Wenn man aber Entropy und Portage parallel nutzt, könnte es durchaus zu Problemen kommen, denke ich.

Dirk Deimeke am :

*Also, ich benutze Sabayon schon eine ganze Zeit und habe keines der von Dir genannten Probleme. Ich nutze aber auch ausschliesslich entropy, mit kleineren Ausnahmen, die sich selber übersetze, weil es sie auch nicht in der von mir gewünschten Version bei Gentoo gibt.

Das LVM-Problem war meiner Meinung nach ein fehlender check, ich habe an den Bibliotheken nichts geändert und konnte es selber reparieren.

janek am :

*Okay. Das ist ja schon einmal erfreulich zu hören.
Werde mich sonst auch nochmal mit einem Kollegen kurz schließen, der nutzt, glaube ich, auch Sabayon.
Irgendwie wird's schon klappen. Wenn mich bis dahin nicht Chakra Linux einfängt, läuft auf meinem Rechner vielleicht irgendwann Sabayon. :-)

Dirk Deimeke am :

*Ich bin da nicht (mehr) missionarisch. Die Wahl der für Dich passenden Distribution hat auch viel mit dem eigenen Geschmack zu tun.

janek am :

*Hab Sabayon heute nochmal etwas ausführlicher getestet. Wird wohl ein bisschen Handarbeit, bis so ein System so eingerichtet wäre, wie ich es haben will, sollte aber machbar sein.
Wirklich stören tut mich eigentlich nur der extrem bunte und wild formatierte Entropy-Output. Portage und seine Tools sind ja auch bunt, aber in einer Weise, die für die Lesbarkeit förderlich sind. equo ist hingegen ziemlich unübersichtlich. Naja, was solls…

Zum Mixen von Portage und Entropy habe ich hier noch etwas gefunden. Empfiehlt sich nicht gerade für Einsteiger, aber für mich klingt das jetzt nicht sonderlich wild. Dazu kenne ich Gentoo zu gut. Alles handhabbar.

Dirk Deimeke am :

*Bezüglich der Ausgabe von equo kann ich Dir nur Recht geben, die ist wirklich scheusslich bunt, aber das lässt sich durch "--nocolor" regeln.

Ich nutze das System, so wie es kommt. Da musste ich nicht viel anpassen.

Danke für den Link, ich habe bis jetzt noch keine Gentoo-Pakete direkt gebraucht.

l1zard am :

*Bin erst vor kurzem auf euren Podcast aufmerksam geworden und habe angefangen alle Folgen nach zuhören.

Herzlichen Glückwunsch ihr habe es geschafft ein ordentlichen Rundumblick um die Linuxwelt allerdings auch darüber hinaus zu verschaffen.

In Folge 31 wird mal wieder ein falsches Bild von der opensuse gezeigt wie schon öfter (IMHO)
Der Gast behauptet dass es für ihn schwierig gewesen sei, das Repository für den Nvidiatreiber zu installieren. Ich finde es nicht schwer ein

zypper ar ftp://download.nvidia.com/opensuse/12.1/ nvidia

zypper ref && zypper in x11-vidio-nvidiaG02

durchzuführen. Scheint mir jedenfalls auch nicht viel komplizierter als apt oder aptitude
und ist zumindest auch viel schneller und deutlich ausgereifter als jenes. Zudem behauptet er er müsse alle Treiber durchprobieren. ich würde mal sagen
dass hier auch einmal das Durchlesen der Paketbeschreibung oder des opensuse wikis http://en.opensuse.org/SDB:NVIDIA_drivers geholfen hätte.

Ich weiß ja nicht wann er das letzte mal
opensuse benutzt hat. Wahrscheinlich irgendwann mal mit 10.x oder so. Ja auch in der opensource Welt gibt es Weiterentwicklungen. Mittlerweile
ist zypper mindest doppelt so schnell wie aptitude. Das habe ich selber
schon getestet. Versucht mal ein lokales debian repo mit mehr als 8000
Paketen anzulegen. Nach 4h hatte ich keine lust mehr auf das ende des anlegen der Datenbank zu warten. in opensuse dauerte der gleiche Vorgang maximal 10 Minuten. also vielleicht auch mal wieder etwas mehr Objektivität wäre sicher auch nicht schlecht. Vielleicht könntet ihr ja mal eine Sendung
zu opensuse machen, die etwas objektiver an die Sache heran geht. Also gleich noch ein Themanvorschlag.


Auch für opensuse gibt es eine community die man auf irc.freenode.net im channel #opensuse-de #opensuse #opensuse-gnome #opensuse-buildservice #opensuse-doc und diversen anderen erreichen kann. Die Leute dort sind meistens sehr nett und können einem auch meist weiterhelfen wenn man nicht die total bescheuerten fragen stellt.

Im Übrigen geht es nicht darum dass opensuse die Quelloffenen Treiber lieber einsetzen will. Das Problem dass hier besteht ist ein rechtliches.
Wir dürfen diese Treiber nicht mit dem Produkt (CD oder DVD) ausliefern.

opensuse ist immer noch eine der führende Distribution was die Weiterentwicklung
von Opensource Software angeht. So wurde auch der früher schon viel gelobte Network Manager
unter gnome von Leuten des opensuse Teams und nicht des ubuntu teams entwickelt. Sowohl kde als auch gnome werden maßgeblich von opensuse mitentwickelt.

Ein Fehler, der mir zumindest aufgefallen ist ist euch dann auch noch unterlaufen. Also apt-get search. sorry aberdas gibt es leider nicht. ich kenne nur apt-cache search

der jingle ist etwas nervig und meiner meinung nach völlig überflüssig.
ansonsten macht weiter so.

grüße aus berlin

Sebastian am :

*Hallo l1zard,

der Gast, das war ich :-)

Vorab zur Objektivität: die gibt es bei meinen Aussagen nie. Nicht weil ich es nicht versuche oder nicht will, sondern weil ich nur aus dem begrenzten Schatz meiner Erfahrungen schöpfen kann. Dadurch bin ich automatisch in irgend einer Weise befangen und objektiv. Das ist übrigens keine Eigenheit die ich nur mir zuschreiben.

Da ich, wie gesagt, nur auf meine eigenen Erfahrungen zurück greifen kann, hier meine Berührungspunkte mit der Distribution und die Gründe warum ich mich immer wieder zum Wechsel entschieden habe:
Ich nutze seit 2004 Linux, die Distributionen haben dabei des öfteren gewechselt. Angefangen habe ich tatsächlich mit SuSE 9.1 (das open gab es damals noch nicht). Irgendwann wechselte ich zu Ubuntu, weil mir nicht gefiel was Novell mit der Distribution tat. Außerdem hatte es Ubuntu damals geschafft eine ziemlich gute Community zu bilden, während man bei anderen Distributionen (nicht nur SuSE) auf einige... Altlasten stieß.

Später zog ich dann vom Dorf in die Stadt und freute mich über fehlende DSL-Kabel. Da wollte ich eine Distribution bei der möglichst viele Pakete auf einem Installationsdatenträger vorhanden waren, runterladen über Modem macht zu viele graue Haare und den Geldbeutel leer. Ich kam also wieder bei dem Chamäleon an.

Mit Version 10.2 verließ ich openSUSE. Das Paketmanagment rund um Zypper war grauenhaft langsam und totaler Murks (selbst das System von Sabayon ist dagegen rasend schnell). Die Anekdote habe ich bestimmt in der Sendung erzählt ;-) Statusdatenbank der Pakete einlesen und all sowas... das hat alles ewig lange gedauert, nicht nur gefühlt. Gut, damals waren sie gerade dabei Zypper einzuführen, das war halt noch das Ausprobieren am lebenden User.

Seitdem habe ich kein openSUSE mehr eingesetzt und mich für andere Distributionen entschieden. Aber: das gilt nur für mein eigenes System hier daheim.

Wie in der Sendung zu hören habe ich für einen Bekannten ein Linux-System auf dessen neuer Maschien eingerichtet, das war kurz vor der Sendung. Darauf habe ich auch openSUSE ausprobiert. Weil da auch Videobearbeitung drauf gemacht werden soll, brauchte ich einen NVidia-Treiber; und zwar den unfreien. Bei Ubuntu war ich es gewohnt, dass ein Fenster auftauchte, das mich darauf hinwies, dass ein propritärer Treiber vorhanden war und eingesetzt werden konnte. Bei Sabayon funktionierte das ganze Out-of-the-box, da musste nichts ploppen. Bei openSUSE passierte... nichts. Also fing ich an zu googeln, stieß in so etwas wie dem openSUSE-Wiki auf einen Eintrag über NVidia und fand am Ende das hier. Das sind 10 Dateien, und ich habe keine Ahnung welche dich davon nehmen musste. Gut, dass einige davon Kernelmodule sind habe ich erkannt. Herausfinden welcher Kernel installiert ist war auch nicht schwer. Aber ob nun nvidia, nvidiaG01 oder nvidiaG02 das Mittel der Wahl ist? Keine Ahnung. Da das nicht mein Rechner war hatte ich auch keine Ahnung was für eine Grafikkarte da drin steckte. Ich versuchte also irgend etwas und der X-Server kam nicht mehr hoch.
Das Problem habe ich gelöst indem ich openSUSE wieder von der Platte putzte und ein Distribution installiert habe die mit so etwas keine Probleme hat.

So etwas nervt mich. Ich habe keine Lust mich mit der Problematik auseinander zu setzen die solche Treiberinstallationen mit sich bringen. Ich will einfach, dass es funktioniert. Für mich ist ein PC ein Arbeitsgerät, und damit ich arbeiten kann müssen die wichtigsten Sachen laufen.
Das openSUSE-Projekt darf rechtlich die NVidia-Treiber nicht auf die Datenträger packen? Ubuntu macht vor, dass es trotzdem funktioniert. Ein Pop-Up, einmal "Ja"-Gesagt und schon ist der Treiber installiert. Die Wahl sollte letztendlich der Benutzer haben. Frei oder nicht frei, wenn jemand anders als der Benutzer entscheidet entmündigt man ihn damit. Und gerade in der FOSS-Welt kommt das schlecht an ;-)

Ich habe persönlich nichts gegen openSUSE, im Gegenteil: ich finde die Distributionsvielfalt in der Linux-Welt toll. Für mich persönlich ist eine andere Distribution jedoch die deutlich bessere Lösung. Das Killerargument für mich ist, dass ich privat keine Distribution einsetzen möchte deren Basis durch eine kommerzielle Distribution oder eine Firma begründet wird. Ich will eine Distribution die von einer Community entwickelt wird, ohne dabei kommerziellen Interessen ausgesetzt zu sein.

l1zard am :

*Hallo Sebastian,

Ok wenn man als User keine Lust hat, herumzufrickeln weil man erst ewig etwas nachlesen muss kann ich auch verstehen. Hier hat Ubuntu sicher den besseren Ansatz.
Ich will hier auch nicht herumflamen, sondern nur ein paar Dinge richtig stellen.


Ja bei 10.4 war die Paketverwaltung noch rug. Die war wirklich eine Katastrophe. Erst ab 11.x wird zypper gverwendet ;-) Wollte das nur noch mal richtig stellen.

Und ja auch opensuse wird hauptssächlich von der Community getragen. Jeder darf den Buildservice benutzen und eigene Pakete vorschlagen. Bugs können auch von jedem eingesandt werden. Es können sogar Featurevorschläge über openFATE eingebracht werden.

Ansonsten hast Du natürlich recht. Die Vielfältigkeit ist gerade die Stärke von Linux.

grüße aus berlin

Dirk Deimeke am :

*Danke für Dein Lob.

Es ist vielleicht nicht schwer, das durchzuführen, aber es scheint ein Problem zu sein, die nötigen Befehle zu finden. Das Eintippen selber macht natürlich kein Problem.

Den Vorschlag eine Sendung zu OpenSUSE zu machen, nehme ich gerne auf.

Wir haben nicht den Anspruch, objektiv zu sein. Wir haben viele Ideen und Ansichten und beleuchten Dinge aus unserer Sicht (genauso wie Du aus Deiner). Ich denke nicht, dass es irgendwo komplett objektive Berichterstattung gibt. Das wäre auch langweilig.

Jeder verteidigt "sein" Linux, das ist manchmal ermüdend, aber das ist nun einmal so.

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
BBCode-Formatierung erlaubt
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
:'(  :-)  :-|  :-O  :-(  8-)  :-D  :-P  ;-) 
Formular-Optionen
tweetbackcheck